Stadtteilkarte erstellen

DER HINTERGRUND: Kinder und Familien nutzen ihren Stadtteil auf unterschiedliche Weise und kennen die vorhandenen Freizeit- und Kulturangebote nicht immer vollständig. Besonders öffentliche Räume wie Parks, Spielflächen, Bolzplätze oder Bibliotheken sind nicht allen gleichermaßen vertraut oder leicht zugänglich. Ein genauer Blick auf den eigenen Stadtteil kann helfen, vorhandene Möglichkeiten sichtbar zu machen und Orientierung im unmittelbaren Lebensumfeld zu stärken.

DAS PROJEKT: Die Kinder untersuchen ihren Stadtteil systematisch und erkunden dabei Freizeitorte, Parks, Spielflächen, Bolzplätze sowie Kulturorte wie Bibliotheken. Sie wählen Orte aus, die für sie bedeutsam sind, und beschreiben diese in kurzen Audioaufnahmen. Dabei formulieren sie auch eigene Empfehlungen für andere Kinder und Familien. Die gesammelten Inhalte werden in einen analogen Stadtplan überführt, der die erkundeten Orte sichtbar macht. Über QR-Codes können die zugehörigen Audioaufnahmen direkt abgerufen werden, sodass der Stadtplan eine Verbindung zwischen analoger Orientierung und digitalen Stimmen der Kinder herstellt.

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Unser Stadtplan zum Hören

3 Tage Audio + analoger Plan QR-Codes Klasse 4–6
Dauer 3 Projekttage – kompakt am Stück oder über mehrere Wochen verteilt
Klassenstufe 4. bis 6. Klasse (auch jahrgangsübergreifend)
Fachbezug Sachunterricht, Deutsch (mündliche Beschreibung), Medienkompetenz
Voraussetzung Tablets – ein Gerät pro Gruppe genügt. Drucker für QR-Codes und Plan.
App-Lizenz #stadtsache, 30 € inkl. MwSt. pro Klasse. Aufgaben sind vorbereitet und lassen sich anpassen oder ergänzen. Alle Ergebnisse stehen am Ende als Download zur Verfügung.
Ergebnis Ein analoger Stadtplan mit QR-Codes, über die Audio-Empfehlungen der Kinder direkt abrufbar sind. Aushängbar in Schule, Bibliothek, Stadtteilzentrum.

→ Wirkung im Stadtteil, hörbar für andere Familien

Abschluss: Stadtplan mit QR-Codes und Audio-Empfehlungen

Worum geht's?

Kinder und Familien nutzen ihren Stadtteil auf unterschiedliche Weise und kennen die vorhandenen Freizeit- und Kulturangebote nicht immer vollständig. Besonders öffentliche Räume wie Parks, Spielflächen, Bolzplätze oder Bibliotheken sind nicht allen gleichermaßen vertraut oder leicht zugänglich. Ein genauer Blick auf den eigenen Stadtteil kann helfen, vorhandene Möglichkeiten sichtbar zu machen und Orientierung im unmittelbaren Lebensumfeld zu stärken.

Die Kinder untersuchen ihren Stadtteil systematisch und erkunden dabei Freizeitorte, Parks, Spielflächen, Bolzplätze sowie Kulturorte wie Bibliotheken. Sie wählen Orte aus, die für sie bedeutsam sind, und beschreiben diese in kurzen Audioaufnahmen. Dabei formulieren sie auch eigene Empfehlungen für andere Kinder und Familien.

Die gesammelten Inhalte werden in einen analogen Stadtplan überführt, der die erkundeten Orte sichtbar macht. Über QR-Codes können die zugehörigen Audioaufnahmen direkt abgerufen werden, sodass der Stadtplan eine Verbindung zwischen analoger Orientierung und digitalen Stimmen der Kinder herstellt.

Was lernen Kinder?

Fünf Lernziele stehen im Mittelpunkt – sie greifen Sachunterricht, sprachliche Bildung und Medienkompetenz auf:

01 Sie entdecken ihren Stadtteil als reichen Möglichkeitsraum – auch dort, wo sie ihn bisher nicht beachtet haben.
02 Sie werden zu Expert:innen für ihren eigenen Stadtteil und sprechen Empfehlungen für andere aus.
03 Sie üben das Erzählen über Audio – eigene Worte, klare Beschreibung, ein paar Sätze, die sitzen.
04 Sie schaffen ein Werkzeug, das anderen Kindern und Familien hilft, sich im Stadtteil zu orientieren.
05 Sie stärken persönliche, partizipative und digitale Kompetenzen.

So läuft's ab

Drei Projekttage, flexibel im Schulalltag verteilt oder kompakt am Stück. Die Erkundung folgt drei Aufgaben, die in der App #stadtsache als Sammlungen angelegt sind:

#draußenspielen

Wo kann man im Stadtteil draußen spielen, klettern, Fußball spielen oder skaten?

  • Foto vom Ort.
  • Kurze Audio-Empfehlung: Was kann man hier machen? Ab welchem Alter? Was ist toll, was sollte man wissen?
#draußensein

Welche Parks, Grünflächen oder Plätze laden zum Draußensein ein?

  • Foto vom Ort.
  • Kurze Audio-Empfehlung: Was macht den Ort besonders? Wann ist es dort am schönsten? Für wen ist er gut?
#kultur

Welche Bibliotheken, Vereine, Stadtteiltreffs oder Kulturangebote gibt es?

  • Foto vom Ort.
  • Kurze Audio-Empfehlung: Was kann man hier machen? Kostet es etwas? Muss man sich anmelden?
Vor dem Start: Was die Lehrkraft vorbereitet

Eltern kurz informieren. Kinder gehen mit Tablets in den Stadtteil und nehmen Fotos und Audios auf. Eine kurze Elterninfo zu Ablauf, Umgang mit Bildern (keine Gesichter, keine Namen, Smileys über versehentliche Aufnahmen) und Begleitung schafft Klarheit – Schulleitung und Datenschutzbeauftragte können den Wortlaut prüfen.

Stadtplan-Vorlage besorgen. Idealerweise DIN A1 oder A2, mit klarer Beschriftung der Hauptstraßen. Selbst ausgedruckt, in der Touristeninformation abgeholt oder bei der Stadt angefragt. Wichtig: groß genug, dass mehrere QR-Codes nebeneinander platziert werden können, ohne dass es eng wird.

QR-Code-Workflow vorab testen. Wie kommen die Audios der Kinder auf den QR-Code? In der Regel zeigen die Codes auf die Pins der digitalen #stadtsache-Karte. Vorab mit zwei oder drei Testpins durchspielen: Audio aufnehmen, Pin-URL holen, QR-Code generieren (kostenfreie Online-Tools genügen), ausdrucken, mit einem Schul-Tablet scannen. So lassen sich Stolpersteine vor dem Projekt klären.

Datenschutz im Stadtteil mitdenken. Fotos von Geschäften, Wohnhäusern oder Personen brauchen Fingerspitzengefühl. Vor dem Loszug klar besprechen: Ausschnitte und Details statt Übersichten mit Gesichtern. Im Zweifel das Tablet kurz weglegen.

Audio-Differenzierung als Stärke nutzen. In diesem Projekt ist Audio nicht Differenzierung, sondern Kern. Genau deshalb können Kinder, denen das geschriebene Wort schwerfällt, hier glänzen. Im Gruppen-Setting Stärken mischen: Fotograf:in, Erzähler:in, Karten-Profi, QR-Code-Verantwortliche:r.

Wegstrecken und Treffpunkte festlegen. Routen so wählen, dass jeweils mehrere Orte aus den drei Kategorien erreichbar sind. Lehrkräfte oder Eltern an vereinbarten Punkten im Stadtteil bereitstehen lassen. Bei jüngeren Klassen lieber in zwei größeren Gruppen mit Begleitung.

Tag 1: Einstimmen und Erkunden vorbereiten

Stadtteilkarten · App-Setup · Audio üben

Die Klasse öffnet das Thema gemeinsam: Welche Orte im Stadtteil kennt ihr? Welche besucht ihr regelmäßig? Welche habt ihr nur einmal gesehen oder kennt nur vom Vorbeigehen? Auf einer großen analogen Stadtteilkarte (DIN A1) sammelt die Klasse erste Antworten mit Klebepunkten. So entsteht ein erstes Bild davon, was schon bekannt ist und wo Lücken liegen.

Anschließend lernen die Kinder die App #stadtsache kennen. Direkt im Anschluss probieren sie die App auf dem Schulgelände aus – mit denselben Aufgaben und besonders mit der Audio-Funktion. Eine gute kurze Empfehlung zu sprechen ist eine eigene Übung: Was ist das hier? Was kann man hier machen? Für wen ist es gut? Drei bis vier Sätze reichen.

Vor Schluss bilden die Kinder Erkundungsgruppen (drei bis vier pro Tablet, gerne aus unterschiedlichen Wohngebieten), klären die Route für Tag 2 und vereinbaren die App-Regeln.

Tag 2: Erkunden und Audios aufnehmen

Stadtteil-Erkundung · Foto und Audio

Mit den Tablets ziehen die Gruppen in den Stadtteil und besuchen Orte aus allen drei Kategorien: draußenspielen, draußensein, kultur. An jedem Ort macht die Gruppe ein Foto und nimmt eine kurze Audio-Empfehlung auf. Audios dürfen ruhig wiederholt werden – die App erlaubt das einfach. Erst wenn alle in der Gruppe zufrieden sind, geht es weiter.

Zurück in der Schule sichten die Kinder ihre Aufnahmen, hören die Audios noch einmal an, kürzen oder ersetzen sie bei Bedarf. Versehentlich aufgenommene Gesichter werden mit Smileys überdeckt. Die fertigen Beiträge fließen in die digitale Karte ein – jeder Pin steht später für einen QR-Code auf dem Plakat.

App-Regeln für die Kinder
  • Fotografiere keine Gesichter und mache keine Selfies.
  • Nenne keine Namen.
  • Schreibe keine Beleidigungen, auch keine beleidigenden Emojis.
  • Wähle erst eine Aufgabe, mache dann ein Foto.
  • Wird ein Foto grau, App sofort schließen und neu starten.
  • Tablet beim Fotografieren aufrecht halten.
  • Audio darf wiederholt werden, bis du zufrieden bist.
  • Hab Spaß.

Tag 3: Stadtplan bauen und Plakat fertigstellen

QR-Codes generieren · Stadtplan gestalten · Veröffentlichen

Die Klasse hat alle Orte gesammelt. Jetzt wird der analoge Stadtplan gebaut. Jede Gruppe erhält ihre eigenen Pins aus der digitalen Karte. Für jeden Pin wird ein QR-Code generiert (ein kostenfreies Online-Tool genügt) und in passender Größe ausgedruckt. Die Gruppen markieren ihre Orte auf der analogen Karte und kleben den jeweiligen QR-Code daneben. Daneben kann eine kurze Notiz Platz finden – Name des Ortes, Kategorie, ein Stichwort.

Vor der Veröffentlichung testet die Klasse das fertige Plakat: Jeder QR-Code wird mit einem Schul-Tablet gescannt, das richtige Audio muss spielen. Nicht funktionierende Codes werden korrigiert oder neu gedruckt.

Zum Abschluss reflektiert die Klasse gemeinsam: Welche Orte habt ihr entdeckt, die ihr vorher nicht kanntet? Welche Audios sind besonders gut gelungen, und warum? Wer könnte das Plakat noch sehen – Bibliothek, Stadtteilzentrum, Quartiersmanagement, andere Klassen? Das Plakat wird dort aufgehängt, wo es andere Familien tatsächlich finden.

Abschluss: Der Plan an seinem Ort

Das Plakat verlässt das Klassenzimmer und kommt dorthin, wo es gebraucht wird. Zwei Wege, die sich gut ergänzen:

Pädagogisch wirkt dieser Abschluss auf drei Ebenen: Die Kinder erleben Expertenrolle, weil ihre Stimmen anderen Orientierung geben. Sie erleben mündliche Bildung, weil das gesprochene Wort als Hauptmedium ernst genommen wird – nicht als zweite Wahl nach dem geschriebenen Text. Und sie erleben Nachhaltigkeit: Anders als bei vielen Schulprojekten verschwindet das Ergebnis nicht im Ordner, sondern hängt im öffentlichen Raum und wird genutzt.

Plakat öffentlich aushängen

Bibliothek, Stadtteilzentrum, Bürgerhaus, Quartiersmanagement, Schaufenster eines Ladens, Eingangsbereich der Schule. Wichtig ist, dass das Plakat dort hängt, wo Familien tatsächlich vorbeikommen. Vor dem Aushängen kurz mit dem jeweiligen Ort sprechen – meist freuen sich Bibliotheken oder Quartiersbüros über die Anfrage und das Sichtbarwerden der Kinder.

Eltern-Abend oder Übergabe

Statt das Plakat einfach aushängen zu lassen, lässt sich ein kurzer Übergabe-Moment einplanen: ein Eltern-Abend, eine Schulfeier, ein Termin in der Bibliothek. Die Kinder stellen das Plakat vor, scannen einen oder zwei QR-Codes live, ihre Stimmen sind im Raum zu hören. So entsteht aus dem Werkzeug ein Ereignis – und Familien wissen, dass es da ist.

Tipps und Stolpersteine

Audio darf mehrfach werden. Die erste Aufnahme sitzt selten. Kinder hören sich selten gerne selbst, gewöhnen sich aber schnell daran, wenn klar ist: Du darfst es so oft probieren, bis du zufrieden bist. Drei bis vier Sätze reichen, ein guter Audio-Beitrag ist 20 bis 40 Sekunden lang.

QR-Codes vor dem Druck testen. Generieren ist einfach, aber kleine Codes brechen schnell beim Drucken. Lieber etwas größer drucken (mindestens 3 cm Kantenlänge) und vor dem endgültigen Plakat einen kompletten Scan-Durchlauf machen.

Stadtplan-Vorlage großzügig wählen. Mindestens DIN A2, besser DIN A1. Bei vielen Orten wird sonst eng – die QR-Codes brauchen Luft, sonst fasst eine Smartphone-Kamera versehentlich den falschen.

Plakat haltbar machen. Wer den Plan länger aushängen will: einlaminieren oder mit Schutzfolie versehen. Im Außenbereich oder an Bushaltestellen sonst schnell unleserlich.

Eltern als Multiplikatorinnen einbinden. Wenn das Plakat hängt, kann es leicht übersehen werden. Eine kurze Einladung in den Eltern-Chats der Klassen, eine Übergabe in der Bibliothek oder ein Foto in der Schul-Kommunikation bringt das Werkzeug zu denen, die es brauchen.

Material

Materialaufwand insgesamt überschaubar. Was du brauchst:

Stadtplan-Vorlage DIN A2 oder A1, mit klarer Beschriftung der Hauptstraßen. Selbst ausgedruckt, von der Stadt angefragt oder in der Touristeninformation abgeholt.
Tablets Mit der App #stadtsache. Pro Gruppe ein Gerät reicht.
QR-Code-Generator Kostenfreies Online-Tool. Wichtig: ein Werkzeug ohne Werbe-Overlays, das den Code als PNG oder PDF herunterlädt.
Drucker Schwarz-weiß reicht für QR-Codes. Für den Stadtplan farbig, möglichst in A2 oder größer.
Klebepunkte und Stifte Für die Markierung der Orte und die Beschriftung neben den QR-Codes.
Schutzfolie oder Laminator Optional, für ein haltbares Plakat. Sinnvoll, wenn das Plakat länger aushängen oder im Außenbereich gezeigt werden soll.
Schul-Tablet zum Testscan Vor dem Veröffentlichen: jeder QR-Code wird einmal gescannt, das richtige Audio muss spielen.

Wofür dieses Projekt gemacht ist

Dieses Projekt richtet sich besonders an Schulen in Stadtteilen, in denen vorhandene Freizeit- und Kulturangebote nicht alle Familien gleichermaßen erreichen. Bibliotheken, Spielflächen, Parks und Vereine sind in vielen Kommunen reichlich vorhanden – aber sie sind nicht überall gleich bekannt. Wer den Stadtteil neu kennenlernt, in eine neue Umgebung gezogen ist oder schlicht andere Routinen hat, weiß oft nicht, was direkt um die Ecke liegt.

Die Kinder bringen genau das an die Oberfläche, was sie aus ihrem Alltag kennen, und werden zu Stadtteil-Expert:innen. Über das gemeinsam erarbeitete Plakat erreichen die Empfehlungen andere Kinder und Familien – über die Audios in der eigenen Stimme der Kinder, nicht über erwachsene Vermittlung. Damit verbindet das Projekt Sozialraumerkundung, mündliche Bildung und konkrete Stadtteilarbeit in einem Werkzeug, das nach dem Projekt weiterlebt.

Konzept: tinkerbrain – Institut für Bildungsinitiativen GmbH, im Rahmen des wissenschaftlichen Verbundprojekts DIgiSchuKuMPK.

Das Handout begleitet die Kinder unterwegs mit der App.